Therapeut zu sein ist sowohl eine Berufung als auch ein Beruf. Die erste Eigenschaft gibt ein Ideal und Methoden vor, die zweite setzt einen gesetzlichen Rahmen und strenge Regeln fest. Wenn Sie ihre Grenzen kennen, können Sie Ihr Fachwissen ohne Risiko weitergeben.

Wahrscheinlich sind Sie in sozialen Netzwerken bereits präsent. Aber die Nutzung sozialer Netzwerke zur Förderung Ihres Know-hows und zur Erweiterung Ihres Bekanntheitsgrades sollte nicht einfach irgendwie erfolgen. Darüber hinaus gibt es zweifellos viele andere Netzwerke oder Websites, die Ihnen ebenfalls von Nutzen sein könnten! Hier ein paar Tipps…

Wissen, wie man die rote Linie nicht überschreitet

Dies scheint vielleicht offensichtlich, aber eine kleine Erinnerung ist dennoch nötig: Verfassen Sie unter keinen Umständen einen Satz wie „Ich werde Sie von diesem oder jenem heilen…“. Das Schweizer Recht zieht eine klare Grenze zwischen dem, was als Werbung gilt, und dem, was Tatsache ist. In diesem Satz wird das Kriterium der Objektivität implizit nicht erfüllt. Artikel 16 des Bundesgesetzes über die Gesundheitsberufe (GesBG) ist ausdrücklich: „Sie machen nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist.“
Natürlich erfolgt die Beurteilung von Fall zu Fall. Im Grunde ist diese Position föderalistisch. Und man sollte beachten, dass es von Kanton zu Kanton auch Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie Kommunikation und Werbung beurteilt werden.

Die goldene Regel: Mit reichen Inhalten in den Netzwerken präsent sein

Solange Sie die Nuancierung zwischen Werbung und objektivem Inhalt respektieren, haben Sie die Freiheit, in den Netzwerken relevante Informationen zu veröffentlichen. Die einzige Grenze ist Ihre Vorstellungskraft. Seien Sie grosszügig, was Ihr Online-Angebot betrifft. Ein paar Beispiele: Erteilen Sie Ratschläge, beteiligen Sie sich an Foren zu Themen in Ihrem Fachgebiet, sprechen Sie über Ihren beruflichen Werdegang, bleiben Sie immer professionell, indem Sie persönliche Anekdoten auf das Nötigste beschränken, usw.

Schaffen Sie Nähe und stellen Sie Ihr Leben als Therapeut dar

Zu wissen, wie man über sich selbst und seine Arbeit sprechen kann, ohne ins Private zu fallen, ist eine subtile Kunst. Durch den Beziehungswechsel, der mit Ihren Abonnenten stattfinden wird, werden Sie aber reich belohnt. Und obendrein machen Sie so noch viele andere auf sich aufmerksam! Durch einen einfachen und geradlinigen Schreibstil (keine übermässig komplizierten Worte), einen direkten und freundlichen Ton (Ihr natürliches Einfühlungsvermögen muss spürbar sein) und reichhaltige Inhalte mit Fachkenntnissen, die in einem regelmässigen Rhythmus publiziert werden, schaffen Sie Nähe zur Zielgruppe.

Sie können sogar gelegentlich Informationen über Neuigkeiten in Ihrer Praxis bereitstellen: Renovierung, Teilnahme an einem Seminar und Feedback dazu, etc. Stellen Sie sich die Gesellschaft als einen gesundheitsliebenden „Freund“ vor, der nichts anderes erwartet als die Authentizität eines wahren Wissensaustauschs. Die Leute werden Sie dann regelmässig aufsuchen, auf Ihre Beiträge warten und mit Ihnen einen Dialog beginnen wollen.

Erweitern Sie gleichzeitig Ihre Website

All diese Initiativen sollten auch in Ihrem eigenen Blog oder auf Ihrer eigenen Website erscheinen. Erwecken Sie sie durch Ihre Netzwerkbeiträge zum Leben. Wenn Sie keine Zeit haben, fragen Sie Ihren Assistenten oder Ihre Assistentin (falls Sie eine/n haben) oder ein Familienmitglied, das ein bisschen geeky ist. Zögern Sie nicht, ein paar 2- oder 3-minütige Videos hochzuladen, in denen entweder relevante Fachleute ein bestimmtes Thema aufgreifen oder in denen Sie selbst jene Fragen beantworten, die immer wieder in den Netzwerken auftauchen. Wenn Sie aufmerksam sind, können Sie jede Woche das wichtigste Anliegen definieren. Durch das Einbringen Ihres Fachwissen können Sie sich genau in Ihre therapeutische Rolle hineinversetzen… und zwar ohne das Risiko unangebrachter Werbung!

Welche Netzwerke gibt es sonst noch?

Abgesehen von den vielen üblichen Netzwerken, die Sie bereits kennen, denken Sie auch über jene nach, die indirekt von Gesundheitsforen unterstützt werden und manchmal auch mit Mainstream-Medien verbunden sind. Schauen Sie sich um. Sie werden andere finden, mit denen Sie Ihre Kontakte erweitern können!

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